Cyborgs zur Kirschblüte

Sakura mit Wolken
Sakura mit Wolken
Sakura mit Sonne
Sakura mit Sonne

Kaffe wie 1968
Kaffe wie 1968
Sakura und Hund
Sakura und Hund

Hier ist weiterhin Kirschblüte in diesig das Mittel des Smalltalks. Perfekt für Kino. Gerade ist weltweit die Schauspieler Version des japanischen Anime Ghost in the Shell erschienen. Dort haben mich die nässen rosa Blätter getragen.

Der Film ist großartig. Sehr gut gemachte Effekte. Und obwohl ich die Story aus dem ersten Anime der Serie schon kannte, war der Film spannend und mitreißend. Das Thema sind Cyborgs, Menschen , die sich mit Maschinenteilen verbessern und eine Welt mit Robotern und Datenüberfluss. Geniales 90er Jahre Cyberpunk SciFi aus Japan eben.

Nun ist die aktuelle Version natürlich White-Washing mit wenigen Asiaten in dem Rolle und alle hier finden es etwas scheiße. Aber Japan und Asien stecken tief in diesem Film. In jedem Detail. In jeder Kulturanspieöung und auch in dem japanisch sprechenden Polizeichef.

Für mich war etwas viel Marvel Tony Stark zu sehen. Aber Gaishas und Hong Kong Stadtlandschaften sieht man überall. Und obwohl die Story eine der Grundpfeiler für Matrix und alle weiteren Cyberpunk Internet Robotik Scienece Fixtion Filme ist, bleibt sie aktuelle. AI. Technik-Verschmelzungen. Skrupellose Marktmächte oder betrogene Minderheiten.

Der Film ist das Ding diesen Frühling und Urs wohl wieder die Mode beeinflussen ich freue mich schon auf weitere Nachverfilmungen der Serie.

Macht weiter Zukunft. Fluff.

Germany Short Trip in Wheat, Dairy and Ham

Gerade war ich in Europa. Ich habe auf der Cebit unseren Roboter vorgestellt. Jetzt bin ich zurück in Japan, sitze in meiner renovierten 60er Jahre Hochhauswohnung und schaue völlig wach morgens dem Skytree beim Sonnenaufgang zu.

Statur mit Namen in Hannover
Statur mit Namen in Hannover
Roboter Anzüge
Roboter Anzüge

Die Cebit fand ja dieses Jahr das letzte Mal statt (danach Rebranding) und aus meiner Sicht hatten die Firmen des Gastlandes Japan im Durchschnitt die innovativsten Dinge zum Zeigen. Die Start-up Halle war irgendwie dünn besiedelt und zu gewollt hip mit Lounges voll von Flippern und Skandinavien-Industrial-Möbeln. Die Drohnen waren nur surrig laut wie zu große Mückenschwärme (mir fehlte reflexartig die dazu passende überdimensionierte Fliegenklatsche) und die VR Brillen sehen ja als Präsentationsobjekt so dermaßen behämmert nach 90er Techno-Punks auf LSD aus. Also alles lahm.

Fernsehturm mit Pool, Soho House, worst service in town
Fernsehturm mit Pool, Soho House, worst service in town
Geheimes Mega Brunch im Common Grounds
Geheimes Mega Brunch im Common Grounds

Aber ich war ja noch in Berlin und Hamburg. Kurzfassung: Berlin ist All Holiday, No Work, as ususal. Sehr entspannend – vor allem bei Kaiserwetter. Aber die Mode ist die gleiche wie vor einem Jahr, das laktosefreie Superfood auch (Quinoa hat drei mal so viel Kalorien wie japanischer Reis übrigens). Aber Mitte bleibt einfach mein liebstes deutsches Biotop – trotz mehr Hotelbauten und dem völlig unmöglichen Service nur auf gekünsteltem oder wahlweise auch unintegriertem Englisch in Bars und Cafes überall. Sorry, I don`t do English in Berlin – maybe French, only for kissing.

Elphi wie ein Berg
Elphi wie ein Berg
Elphi Rolltreppe Aufstieg
Elphi Rolltreppe Aufstieg
Elphi Panorama
Elphi Panorama

Hamburg bot mir auch Sonne, eine statistische Unwahrscheinlichkeit, die sich nur mit dem nahenden Kollaps des Universums begründen lässt. Vielleicht also bald die Lebensversicherungen auszahlen lassen und damit auf dem Schwarzmarkt Tickets für die Elbphilharmonie kaufen.

Ich bekam keine. Auch nicht für die banalen Saal-Führungen. Alles weg, wie im Kommunismus. Dafür bin ich in den öffentlich zugänglichen Bereichen herum gewandelt. Rolltreppe lang, aber geil. Blick super geil. Der Rest Klotz.

In der Bar des Hotels oben sieht es wie in einer futuristischen Airport-Lounge aus den 90er Jahren aus. Mit diesem furchtbaren Lila, das noch nicht mal die Telekom als hip verkaufen würde, dazu Glas-Hängerelemente von Ikea Krohnleuchtern. Mega ungeil. Vor allem, wenn dann die traditionelle rote Grüßte nur Wasser plus Tütenmischung ist.

Ich war nie ein Fan der Hafencity mit ihrem klinischen Yuppie Lebensentwurf und der unfunktionalen Kubismussucht der Gebäude. Die Elphi wirkt da nur passend. Eine Hochburg für exklusive Intellektuelle mit dem passenden Bollwerk gegen Außen. Na hoffentlich bekommen die das dann mit der modernen Hochkultur für alle im Programm dann hin. Klangtest steht noch aus.

Obligatorisches Rückreisefoto mit grünem Tee
Obligatorisches Rückreisefoto mit grünem Tee

Jetzt bin ich wieder zurück in Japan und trinke grünen Tee. Europa ist vor allem eins und hauptsächlich Weizenmehl, Milchprodukte und Schinken. Irgendwelche Intoleranzen?

Bleibt herrlich. Und All Holiday No Work.

PS: Netflix hat jetzt die japanische Essensserie „Samurai Gourmet“ (Trailer mit automatischem Untertitel Roulette). Seht es euch an und versteht Japan.

PPS: Spotify Japan hypt, wie alle gerade, die schon lange bekannte aber jetzt berühmte japanische Pop Band RADWIMPS wegen der Filmmusik zum super erfolgreichen Anime „Your Name„. Die sind immer gut. Anhören!

Punkte in Bunt

Pumpkin in the Backyard
Pumpkin in the Backyard
More Flowers in Dots
More Flowers in Dots
Flowers in Colors
Flowers in Colors
Colorful Walls
Colorful Walls
Everyone is dotting
Everyone is dotting
Dot as you like
Dot as you like

Vor einigen Wochen war das Wetter schön und ich wollte bei den Drogen sparen. Also bin ich zur Ausstellung von Yayoi Kusama im National Art Center gegangen. Die schon total über bekannte Damen war in den 60ern, wie es sich für alte Pop-Art Künstler gehört, in der Factory mit Andy Warhol. Sie macht Hauptberuflich bunte Punkte. Auf alles und aus allem.

Damit jeder an dem Spaß teilhaben kann, ließ man das Publikum sogar selber Punkte in einem weißen Ikea Showroom wild verkleben. Und alle so: Kinderkrippe auf drei Liter Cola.

Die aus einer Psychatrie arbeitende Dame hat sich sogar zu einem genialen (leider nur auf Japanisch) Audioguide hinreißen lassen. Dort erklärt sie wie Kindheitserinnerungen und ihre Amerika Erfahrungen die Werke beeinflusst haben. Sie singt mehrere Kinderlieder passend zu den Werken.

Leider durfte man nur in der großen Halle Fotos machen. So müsst ihr per Direktflug leider selber die punktierte Sofakollektion, den widerspiegelten Raum mit kleinen LED Hänge-Punkten oder die wilden Spiegeltricks mit Leiter oder die mit Wurmformen besetzten Alltagsgegenstände sehen.

Nur der Kürbis, ihr berühmtester Klassiker, im völlig zu betonierten Hinterhof des moderne geschwungenen Glasbau-Museums war noch fotografierbar. Betreten durfte man ihn nicht („ups!“) und Bewegtbilder durfte man auch nicht machen („huch!“). Aber ihr bekommt eine Idee.

Ihre Punkte sind seit einigen Jahren in und gerade sah man viele Sweater in Punktmuster auf den Straßen Tokyos.

Bringt mehr Farbe in euer Leben! dot dot dot…

Sonntag, Kater, Fotos

Hey Internet, es wird Frühling in Tokyo. Ich habe einen Kater und dachte, da kann ich ja mal eine Reihe von unzusammenhängenden Fotos posten.

Ich war vor einer Woche in Busan in Südkorea und es war dort schön mit Beach, etwas Ballermann mit billigen Kneipen. Im Sommer sieht man den Sand vor Leuten nicht. Korea ist ähnlich wie Japan für mich. Nur die mode ist gerade noch (oder wieder) Health Goth. Also viele schwarze und weite Sportklamotten für viel Geld. In Tokyo ist das nicht so einheitlich. Sonst gab es viel Fleisch. Kaum scharf (meine Angst) und ganz gutes Bier.

Der Rest sind wilde Eindrücke aus Tokyo von Essen und Leuten und Parties.

Ich komme Ende März nach Norddeutschland, Hannover, Berlin und Hamburg. Freue mich schon auf euch.

Jetzt erst mal wieder auf der minimalistischen Muji Couch ablegen.

Bleibt den funktionalen Design treu. Pffff….

Slow Jet Coffee Hangover Frenzy (Gold)
Slow Jet Coffee Hangover Frenzy (Gold)
Tokyo Saturday Night like RuPaul
Tokyo Saturday Night like RuPaul
Kitty Faces Wall
Kitty Faces Wall
A not so Simple Dinner
A not so Simple Dinner
Crazy Fashion Victims
Crazy Fashion Victims
Shimokita Scene with Bike
Shimokita Scene with Bike
Beef Ramen for Hangovers
Beef Ramen for Hangovers
Gillter and Techno
Gillter and Techno
First Thing after Immigration. Green Tea!
First Thing after Immigration. Green Tea!
Busan, South Korea, All New
Busan, South Korea, All New
Eal, Long Story
Eal, Long Story
Need Meat? Do Korea!
Need Meat? Do Korea!
Beach Busan
Beach Busan
Portable Karaoke Granny
Portable Karaoke Granny
Busan Beach Wide Angle
Busan Beach Wide Angle
Busan Street and Sun
Busan Street and Sun
The Nicest Sales Person Ever
The Nicest Sales Person Ever
Flowers: Spring is Coming
Flowers: Spring is Coming
Old Cassette Tapes are Expensive
Old Cassette Tapes are Expensive
Golden Symbolism
Golden Symbolism

Japanische Nachbarn

Fuji from the train
Fuji from the train
If you just wanted something simple for dinner
If you just wanted something simple for dinner

Es ist Samstag und ich sitze nach einer ausschweifenden Pop-Party leicht verkatert vor meinem grünen Tee. Da klingelt es an meiner Tür. Meine neuen Nachbarn sind an der Gegensprechanlage.

„Guten Tag, wir sind ihre neuen Nachbsrn und würden uns gerne vorstellen“. Ich etwas verdusselt also schnell die Hasre gerichtet und etwas misstrauisch vor Versicherungsvertretern oder den TV Gehühren-Eintreibern die Tür geöffnet. Vor mir ein jetzt verdutzt den großen Ausländer an schauendes junges Pärcheb in schicken sportlichen Streetwesr Outfits.

„Guten Tag, wir sind gerade eingezogen.“ Ich natürlich auf Japanisch geantwortet um ihre Panik vor Sprachbarrieren. gleich zu unterbinden. Ich bin Deutscher. Ja ich arbeite in Tsukuba für eine Roboter Firma.

Sie seien noch nicht verheiratet. Deshalb haben sie zwei Namen am Klingelschild. Ich fand das irgendwie süß. In deutschen Geoßstädten wäre das wohl kein Thema gewesen.

Und sie haben mir auch etwas mitgebracht. Es wäre ja wirklich nur etwas kleines. (Eine normal Redensart bei Mitbringseln) und so überreichten Sie mir noch eine hübsche Tüte mit perfekt designt verpackten Keksen.

Meinen Namen werden sie sich wohl nicht merken können. Hoffentlich bin ich nicht zu laut, wild oder schmutzig. Die ein oder andere Session Spotify Teen Party Playlist gönne ich mir nämlich gerne mal laut.

Ja es ist schon anstrengend Ausländer zu sein. Ich muss mich immer bestens benehmen, sonst denken die Leute noch Deutshclsnd wäre so ein Bierverseuxhter Affenstsll mit Wurstsucht und ohne Zivilisation.

Aber Japaner sind da sehr angenehme für Auswanderer . Sie vergeben einem viel, beschweren sich selten, sind nur manchmal unterschwellig roff rassistiscj und einfach so herrlich nett, interessiert und oft sogar informiert. Wie liberale demokratische Gesellschaften halt so sind. Und SPrachkenntnisse sind einfach immer der Türöffner.

Also unterrichtet mehr Deutsch. Und bringt euren Nachbarn mehr Kekse. Peace out.

Amtseinführung

Mein Bruder war bei der Amtseinführung und schrieb dazu:

I went to the inauguration to see for myself what is happening in the US. A Republican friend who had tickets invited me only a few days before the event and it wasn’t an easy decision for me. Trump advocates views and policies that go against everything I hold dear as an internationalist liberal and I was worried about partaking, even insignificantly, in his symbolic crowning. Some of my friends and relatives strongly advised against it, but in the end my curiosity won.

I went to the actual inauguration event with a moderate Republican friend. Both of us wanted to hear what Trump’s supporters hoped he would achieve for them. We had standing tickets relatively close to where Trump gave his speech and the inauguration initially had the feel of a sports event. People were wearing their America gear and the atmosphere was initially rather festive.

My friend had gone to several other inaugurations, including Bush Senior’s, and he pointed out to me that this was more socially diverse crowd than he had ever seen at a Republican inauguration. People standing around us had driven in from fairly far away places to see Trump getting sworn in. Around us almost nobody looked as if they came from well-off backgrounds that would have dominated Bush Senior’s inauguration. It was clearly a working-class crowd. As expected, it was almost entirely white.

I noticed that there were a number of younger men, maybe in their early twenties, wearing chinos and badly fitting blazers that I assumed represented the altright youth. A group of four such young men standing in front of chattered excitedly about the election. One of their friends had worked on the Trump campaign and recently met Trump and Bannon personally. They talked about Trump almost as if he was some kind of graphic novel superhero, whose enemies would be crushed under the skids of his awesome helicopter. They reveled in Clinton’s humiliation and made frequent reference to Pepe the frog. They were also strangely reverent of the Trump family, similar to how British royalists feel the royal family.

After standing around just listening for an hour or so we struck up a conversation with a few Trump enthusiasts. One of them was a state senator from Arizona who claimed to be one of the first elected officials to have endorsed Trump. This is when things turned a little uncomfortable. As we spoke, I could tell people around us leaned in to listen and it made me feel very hemmed in. When I told the senator I was a scientist there was a palpable reaction, as if someone with my job had no business being there. The Senator admitted that Trump was a narcissist, but at least he was a republican narcissist. And then, on the topic of immigration, the Senator related his insane racial theories to me. He was sure that immigrants dilute our genetic stock, and was of the opinion that Turkish immigrants to Germany (and Turks in general) have not and will never contribute anything significant to society or history.

At this point a pleasant looking old lady butted into the conversation having overheard that I was German. She berated me for my country having ‘let in all those Muslims so they can rape your women’. Pointing out to her that Muslim refugees are no more likely to rape women than German men only made her angrier. People around us either agreed or didn’t care to disagree. Mercifully, we were soon interrupted by the beginning of official proceedings.

As various dignitaries were introduced on the speakers the crowd would boo and snarl loudly every time a Democrat was mentioned. The TV footage I saw later does not do justice to how loud it was. Hillary Clinton’s arrival was greeted with particular disdain, including ‘lock her up’ chants. Obama was greeted with ‘go back to Kenia’, ‘Not born in the US’, ‘You’re fired’, and ‘Hussein’ chants and loud booing. They even booed Sanders. Schumer was booed so loudly that we could barely hear his speech. When he made a remark about LTBGQ rights, it received an audibly louder response than previous statements. I complained to the Senator that I thought this was inappropriate and not befitting the event. He said he agreed in principle, but thought Hillary Clinton deserved it because she was a mass murderer. He explained to me that he personally knew of two people that Clinton killed herself when they busted a cocaine deal she was undertaking in Arkansas.

Trump’ speech itself agitated me greatly. I spent most of it staring at my feet in disbelief. The few times I got myself to look up it struck me that the faces around me seemed filled with hope. But hope about what? What do they think Trump will deliver them from? It made me wonder if Obama’s first inauguration would have seemed similarly bizarre to non-democrats in 2009. It probably had the same quasi-religious feeling of liberation to it. I wondered if a republican at that event would have gotten the same sense of hostility towards them that I got in this crowd. But at this event the atmosphere was charged with anger and hatred to a degree that made me shudder. It seemed so fundamentally un-American to me.

After the inauguration I went to a dinner party at a republican club. There I talked to a number of long-standing if probably low-level Republicans. Two things stood out to me: First, they were all angry with the protesters in Washington. They seemed to have no understanding as to why an agenda as radical as Trump’s would lead to discontent, particularly after an election won so narrowly. To them this was all some kind of conspiracy. Several expressed the belief that it was all orchestrated by professional troublemakers paid for by George Soros. They seemed to have completely forgotten their own outrage during the primaries at Trump’s sexist and racist outbursts.

Second, they went through all kinds of mental contortions to convince themselves that Trump at heart really is an old-fashioned conservative of the Reagan type. Several people expressed surprise at my calling his speech protectionist. They felt Trump’s comments about Washington were not directed at them, but some other unspecified part of the political elite. They were surprised when I told them about what I had experienced at the inauguration. I was even politely asked to change the subject when I related the Senator’s opinions about race.There was a feeling that Trump was controllable, that they could now go to work on a traditional, small-government republican agenda.

This is a mistake. Trump’s supporters at the inauguration obviously read his statements very differently. They got him elected and they will hold him accountable to his coded promises. If you don’t believe me, go to their rallies and ask people about their beliefs.

I have no solutions. I could find no common ground with Trump’s base of supporters. They are immune to reason and distrust the media so completely that they might as well live in a parallel universe where an aspiring young politician really does partake in cocaine deals and murders people. Though I can understand their economic grief on some level, it comes with a kind of blind hatred I do not know how to argue with. I also have little faith in the ability of the sensible parts of the Republican Party to counteract these tendencies. For now, they seem too happy with being back in power to care. I wish I could end this on a more positive note, but I am deeply worried about the future.

Hokusai im Arbeiterviertel

Nicht nur in Hamburg hat man neue kulturelle Wege eingeschlagen, auch im Arbeiterstadtteil Tokyo Sumida-ku, im Osten der Stadt, besinnt man sich auf einen alten Künstler aus dem Anfang der Öffnungszeit Japans. Hokusai.

Er inspirierte die großen französischen Maler wie Picasso und seine Ansichten des Fuji, vor allem die berühmte Welle, sind heute der Inbegriff touristischer Kitschprodukte und spießiger Ikea-Poster. Aber irgendwie hat man das erst in den letzten Jahren erkannt und Investiert, um noch mehr Touristen in die „Shitamachi“ (Downtown) Gegend, wie man im Rest der Stadt etwas herablassend gerne sagt, zu verführen. Hier wo jetzt auch der riesige Skytree Fernsehturm in die Höhe ragt und in Asakusa alles was von Tempel bis Porzelan oder Yukatta-Bademantelverschnitt und Washi-Pack-Papier die Touristen begeistert.

Hoksai Museum Fenster Aufnahme
Hoksai Museum Fenster Aufnahme

Das Museum wurde von den beiden alten Leuten des berühmten japanischen Sanaa Duos kreiert. Die Taktik der großen Namen ist hier der Rote Faden. Sie haben ein Aluminiumkasten mit Einschnitten in Form eines N geschaffen. Macbook Look für Holzdruck Kunst. Klar verständlich für jeden Hipster.

Neujahrsessen und alles hat einen Bedeutung
Neujahrsessen und alles hat einen Bedeutung

Ich war zwei Wochen nach der Eröffnung dort und, obwohl die Stadt dank der Neujahrsfeiereien eigentlich leer war oder höchstens etwas verblendete westliche Touristen für ein nicht-vorhandenes Neujahrs-Party-Spektakel-Wunder – Mallorca für Yuppies mit Minimal-Techno – die Stadt belagern, war das Museum pressgepackt mit japanischen Intellektuellen und Rentern.

Blöd nur, dass die Architekten lieber riesige Baulücken um das Gebäude mit Kinderspielplatz ließen, um wohl dem Zen freien Fluss zu lassen. So ist selbst an der Kasse und zum Fahrstuhl ein Chaos der raumzeitlichen gekrümmten Menschenschlagen angesagt. Es gibt keine Treppe vom Foyer zu den Austellungsräumen. Hoffentlich eine Feuertreppe irgendwo versteckt.

Da im Moment noch keine der großen Reiseführer Ketten der pseudo authentisch, selbst geplanten Pauschaltouristik sich die Tinte für diesen Eintrag gegeben hatte, oder die Onlineredaktionen der Welt-Hipster-Bewegung gerade mit Bio-Gin besoffen unterm selbst gefällten Weihnachtsbaum abnickten, waren kaum Ausländer an zu treffen. Besser war es für alle beteilige, denn irgendwie hörte nach der Hälfte der Bilder  die englische Beschilderung auf und das Personal hätte wohl lieber in Klingonisch als mit Englisch die Reisenden beglücken können.

Die Bilder sind atemberaubend. So filigran, so unglaubliche Muster und Perspektiven, so genial gefaltete Kleider, so unglaubliche Natureindrücke. Der Stadtteil erwirbt weiterhin Bilder, da Hokusai hier arbeitete und geboren wurde, und mischt auch andere Künstler der Zeit mit ein. Zur Zeit waren Leihgaben aus der umfassenden Sammlung Hoksais in Boston dort. Für mich ist das Museum Nummer drei in Tokyo. Nezu, Edo und dann Hokusai. Alles andere nur, wenn man wirklich viel Zeit hat. Aber für jeden Bildungsbürger wohl ab jetzt ein Muss in Ost-Asien

Aber wie ich die Japaner kenne, werden sie sich schnell anpassen und wenn die Begeisterung der Europäer und Amerikaner für Hokusai das Museum überspühlt, wird sich wohl auch eine Übersetzung finden lassen. Das Platzproblem bleibt. Vielleicht spart man sich dann den obligatorisch-authentische U-Bahn Rush-Hour Selfie-Trip. Hochkultur sei dank.

Der Zeichner zur Musik
Der Zeichner zur Musik
Das Endkunstwerk im Fluss
Das Endkunstwerk im Fluss

Apopo, hier zwei Bilder von dem zufälligen Konzert mit Performance, das dort auch gerade stattfand. Japanische Gitarren plus Gesang plus Action-Painting-Kalleografie plus Hokusai-Yoga-Abstrakt-Tanz.

Mal sehen, ob eure Software das abspielen kann.

Mehr absurde Kulturmischungen bitte auch für euch. Hoppladihü.

Und Sushibar.

Sushibar
Sushibar

Neue Sicht dank Neuronalem Lernen

Mit frisch geformter Hipster Brille sitze ich gerade vor meinem futuristischen Aluminium Laptop und genieße die unglaubliche Tiefenschärfe des Neuen Sehens durch japanische High-Tech Plastikscheiben. Ich habe kein neues Macbook mit CristalFutureClear Bildschirm Technology oder eine neue 3D Brille mit Vibrationsalarm, auch keine Guru Wunderheilung in Goa. Sondern die gute traditionelle Lehrbuch Medizin nach Wissenschaftlichen Standards (mit Fakten und so).

New Glasses and Flowers
New Glasses and Flowers

Ich hatte zwei OPs wegen einer unglaublich unpraktischen Netzhautablösung. Komplizierte Verfahren in japanischer Raumschiffklinik. Neuste Technik. Ihr kennt das ja.

Und auf einmal kann ich schärfer sehen als vorher. Beim Sehtest waren es bis gerade so 80 Prozent, und das ohne Gin. Wer mich kennt, weiß dass ich vor den OPs bei gutem Wetter, gut Gelaunt und frisch genährt gerade so auf 40 Prozent Sehfähigkeit im Vergleich eines durchschnittlichen Menschen gekommen bin. Führerschein-Erlaubnis denkbar.

Jetzt Doppelt so viel. Auf dem unoperierten Auge bis zu 70%. Einfach so. The Brain makes it Possible. Neuronale Rekombination, Kurz visuelles Lernen. Mein Gehirn ist also ein BigData Senior Delevoper mit Special Neural Learning Skills und Adaptiv Image Processing Zusatzausbildung und kick Google und alle einfach mal automatisch aus dem Artificial Intelligence Rennen. Herrlich.

Dafür muss ich jetzt zwei Hipster Brillen dabei haben. Eine für Nahes (aka Digital Nativ Stuff) und eine für Fernes (Walking, Drinking Gin). Denn meine linke Linse, die echte im Auge, wurde mir komplett entfernt. und auch mein Glaskörper (nicht meine Modelfigur natürlich). Wegen Grauschleier. Jetzt habe ich dadurch ein besseres Nachtsehen, bessere Farben-Knalligkeit und bessere Kontrasttiefe. Wie der neue Smart TV von Samsung nur in 3D und hip.

Etwas komisch ist das alles noch. Meine Schrift im iPhone habe ich erst mal auf die Hälfte verkleinert. Display Real-Estate sichern. Und mein Gehirn developt noch eifrig vor sich hin. Damit mein Redefluss dadurch nicht merklich gestört wird, werde ich in der Übergangszeit nur in Hauptsätzen postfaktische Behauptungen aus tratschen. Ich bestell dann schon mal Selfisticks, falls ich so auch noch Social Media Star werde.

Frohe Weihnachten und frohes Neues Jahr.

Kommt mich besuchen, denn hier sieht es bei gutem Wetter es so aus:

Tokyo Skyline
Tokyo Skyline

Tokyo, babe!

Gefangen in einer Zeitschleife mit J-Pop Diva

Der Trend der Escape Games ist ja jetzt schon länger ein Weltweites Phänomen. Gestern war ich aber das erste mal selber Spieler eines solchen Live-Rätsel Spiels, indem es darum geht durch Rätsel, Mathe oder Wortspiele aus einem Raum zu entkommen. Das Genre kann von Japanischem Psycho-Horror bis hin zu J-Pop Star Mörder Story gehen. Bei der letzten Art Story war ich.

Eine Schauspielerin im Haus gegenüber, In das wir 10 Spieler durch eine für die Dame unsichtbare durchsichtige Glaswand sehen konnten, wird die leicht naive, etwas duselig kindliche Diva auf mehrere verschiedene Arten versucht umgebracht zu werden. Warum ist dabei irrelevant. Findet die Mörder und verhindert den Mord.

Denn: wir sind in einer 10 Minütigen Zeitschleife gefangen und können so die entzückende Dame bei verschiedenen Todesursachen bemitleiden während wir immer wieder Inder Zeit zurück springen, je nachdem was wir vorher gelöst oder vorgeschlagen haben. Es spielen dabei Unbekannte und Freunde zusammen.

Die J-Pop Diva starb bei uns leider dann beim letzten zehnten Versuch durch Schusswaffe. Sie war zu blöd aus dem Raum zu laufen, nachdem wir die angerufen hatten und ihr verboten hatten die vergiftete Banane zu essen, und die falsche Polizistin-Kopfgeldjägerin mit dem von uns durchs Fenster gereichten Elektroschocker zu lähmen bevor sie das Geburtsdatum des Komplizen erfragt hatte, womit sie dann die im Zimmer auffällig in einem Riesen Packet versteckte durch J-Pop Hit Geräusch aktivierte Zeitbombe hätte deaktivieren können. Tragisch. Konntet ihr Folgen?

Probiert es aus. Die Absurdität ist herrlich. Bringt schlaue Freunde mit Erfahrung in Mystery PC Spielen aus den 90ern mit.

Aloha.