Entspannt euch mit den Intoleranzen!🏖🍸

Hey, heute keine Food Fotos von rohem Fisch. Aber dafür Videos über Essen. Von Quarks&Co im WDR. Guckt hier:

📺Gesund ernähren – geht das?

Darin erklärt Ranga, wie das Internet Essen zu einer Religion macht, wie gesundes Essen krank macht oder befragt Leute nach ihrem Kaufverhalten.

Das Beste ist der letzte Teil, in dem sie auf der Basis von allen möglichen wissenschaftlichen Arbeiten oder eben nicht beweisbaren Unsinn zusammengefasst haben, was man jetzt rund ums Essen machen soll/kann/darf:

😎Fünf gute Gründe, um beim Essen entspannt zu bleiben

Also mehr Entspannung beim Essen und vor allem mehr Genuss.

Peace, out.✌️

Taipeh im Regen

Auch Japan hat sein LCCs (Low Cost Carrier) im Luftfahrtbusiness. Einer davon ist Vanilla Air (mit den gleichen viel zu kleinen Sitzabständen und komplizierten Preissystemen). Und wie in Europa jetten die Leute damit mal eben übers Wochenende für Parties und Essenssafaris in die Nachbarländer. Nur sind die immer etwas weiter weg als Ibiza und London.

Ich also 3 Stunden nach Taipeh in Taiwan gesaust für ein paar Tage. Die Stadt ist gerade in, die Leute hip, das Essen gut und sie haben das Palastmuseum, in das all die besten Sachen aus der Verbotenen Stadt in Peking abtransportiert wurden.

Mein Hotel Cho war im trendigen Ximen Distrikt. Das ist ca. so wie Harajuku in Tokyo. Junge Leute, Popmusik und viel pinke Mode. Hier liegt auch das kleine Schwulenviertel mit Terrassen-Bars in einem alten Backsteinkomplex.

Taiwans oberstes Gericht hat ja gerade entschieden, dass  gegen die Verfassung verstoßen wird, wenn homosexuelle nicht heiraten dürfen und die Regierung gezwungen jetzt die Gesetzte für eine Ehe-für-alle zu ändern.

Die Stimmung war dementsprechend euphorisch und viel schwule japanische Touristen in den Bars. Japan hat keine Regelung für Anti-Diskriminierung von sexuellen Minderheiten und damit auch keine Ehe- oder Partnerschaftsregelung. Wegen der Olympiade wird darüber aber nachgedacht. Es geht hauptsächlich ums Image und um die westlichen Gay Tourism Dollars.

Am Ersten Tag waren wir also im Palastmuseum, weil das für mich das interessanteste und wichtigste in Taipeh war. Hier ein paar Bilder von unglaublichen Keramiken, Metallarbeiten und vielem mehr. Lasst euch nicht täuschen. Das Zeug ist alt. Tausende Jahre, obwohl Ikea, Bauhaus und Muji heute das Design als Modern Minimalism recyclen. Click to enlarge. Wenn man die Kalligraphie schnell durchzieht, kann man mit Audioguide das Ganze in 2.5 Stunden abhandeln.

Natürlich habe ich auch einige Tempel und Straßenfotos für euch. Die Tempel sind im Vergleich zu Japan sehr viel barocker und bunter. Sie haben oft einen Innenhof mit vielen Buddhas in verschiedenen offenen Räumen.  Klick to enlarge, besonders die Panoramas

Obwohl wir auch sehr gut teureres Essen gegessen haben, ist in Taipeh billigeres Kneipen- und Fastfood Essen das Ding. Teigtaschen gekocht oder gebraten, Nudelsuppen, Fritiertes, Gedünstetes und so weiter. Sehr gut, obwohl oft die Neonlicht Atmosphäre der kleinen Restaurants nicht sehr einladend scheint. Viele sprechen gutes Englisch oder versuchen sich herzlich an ihren Bröckchen. Alle sind höflich und respektvoll. Kaum Europäer oder Amerikaner auf den Straßen

Es gibt einen guten Undergroud Club. Korner. Dort ist es so, wie manchmal in kleineren Clubs in Tokyo. Halb Locals und halb Expats. Guter Techno, Relaxed, Euphorisch, kaum Drogen, kein Sex. Wir haben einen Discount bekommen für Kurze-Hose und Flip-Flop-Look im Regen – Als Protest gegen die Kleines-Schwarzes-plus-Nagellackfinger-Girls und Gelfrisur-plus-schwarzes-H&M-Herrenhemd-Guys Türpolitik der Schickaria Clubs im Zentrum. Ziemlich witzig.

Generell sind Taxis, Metro, Essen und vieles billiger als Tokyo. Nur bei mehr Luxus wird es dann schnell teurer als in Japan. Modisch lieben sie Japanische Mode, die Männer gehen aber ins Fitnessstudio und sind größer und breiter und tragen auch mal Bart. Japanisches und Koreanisches Essen überall.

Taiwan war 50 Jahre eine Kolonie Japans. Davor ca. 200 Jahre Teil einer Präfektur Chinas. Davor Niederländisch kontrolliert, davor Stammesland. Und so weiter. Durch viele Flüchtlingswellen aus China über die Jahrhunderte und dem Mix mit den Inselvölkern und den kolonial Mächten ist das Land ziemlich Vielfältig unter der Oberfläche.

Die Leute sind höflich und herzlich. Eine Reise in das seit 20 Jahren demokratische Industrieland lohnt sich auf jeden Fall. Für Rundreisen bietet Taiwan auch tropische Strände im Süden. Leider war Regenzeit.

Kommt nach Ostasien. See you soon.

PS: Additional Instagram Spiegelung:

Instagram Spiegelung: Diese 6 Fotos werden dein Leben verändern!

Hey, uncoole Leute ohne Marketing Abschluss oder mit Hautfalten. Heute habt ihr Glück: Ich spiegele alle meine ungefilterten Instagram Fotos für euch live und in Farbe vom Internet ins Internet. Fantastisch!

Und hier noch eine Bonusrunde ohne bezahltes Product Placements oder Hundeohrenfilter.

Parental Advisory: It’s mostly raw. Trigger Warning: It’s Japan, sushi is a thing here.

Das war doch einfach. Fast keine Buchstaben. Heart-Emoji.

Von Landschaftsgärten ohne Rente

Da sich meine Groupies beschwert haben, dass ich hier schon lange nicht mehr den Impulserhaltungssatz an meiner Tastatur überprüft habe, schreibe ich heute über das erholende Nichtstun.

Es geht um Parks. Japanische Landschaftsgärten natürlich. Wer jetzt etwa aufmuckend vor sich hin brabbelt, dass so etwas ja nur Rentner und Romantiker-Touristen ans Kassenhäuschen lockt, dem muss ich gleich vor warnen:

Ich habe mein offizielles Ojii-san (Alter Typ, Opi) Zertifikat vor einer Woche vom Stadtteilrathaus abgeholt und darf mich jetzt ungehindert der ewig gestrigen „Alles war besser“ Methode hingeben, dabei gemahlenen Tee trinken und eben mit den anderen alten Opis in Landschaftsgärten den Foto-Chip meines iPhones zur Siedetemperatur treiben.

Kleiner Scherz.

Ich war in drei Parks hier in Tokyo, die alle von der Stadt verwaltet werden. Sie kosten alle Eintritt – ja liebe romantisierenden Sozialisten, Japan ist eine liberale… ich wiederhole… l-i-b-e-r-a-l-e Marktwirtschaft mit einem Einzelperson-Steuersatz von 22%. Da kosten dann Landschaftsgärten zwischen 2,80 Euro bis 1,20 Euro. Dafür sind alle Hecken perfekt gestutzt, jede MIkro-Jahreszeit ändert die Perspektive, die Klos sind nicht der Darkroom Ersatz für abgelehnte Berghaintouristen und es gibt sogar echte Tiere. Also Bio und so.

Der Erste Park ist der Rikugien Garten. Er liegt im Nord Osten der Stadt und ist um einen See herum angelegt. Über den kleinen Hügel kann man den ganzen Park bei einer leichten Brise gut erfassen.

Gemahlenen grünen Tee (Matcha) a la Teezeremonie kann man für 4,80Euro mit einer kleinen Süßigkeit aus Azuki-Bohnen am Rand des Sees zu sich nehmen. Perfekt, um den anderen Rentnergruppen dabei zu zuhören, dass jetzt Krankenversicherungen für Katzen der neuste Schrei bei über 65jährigen sind.

Hier die Fotos:

Der zweite Park ist der berühmte Hama-rikyu Garten aus der Top 8 Liste deines Grabbeltisch Lonely Planet Reiseführer. Er wurde von einer der Fürsten der Tokugawa Familie gebaut und liegt mit Wassergraben umgeben direkt an der Tokyoter Bucht. Von hier aus kann man die Fähre zu all den anderen wichtigen Sights auf der Geheimtip Besten Liste deines Prenzlauer-Berg Uppermiddleclass-Normaden Reiseblog von Angelika nehmen und so richtig Japan erleben.

Das taten auch alle Touristen in dem Park. So richtig Japaner sein, ähm spielen. Selfisticks sind zwar langsam nur noch bei den ganz billigen Pauschaltouristen anzufinden, aber anmutig und folkloristisch in der Tracht der lokalen Bevölkerung durch die Gassen zu stolzieren ist auch bei den höher preisigen Design-Hostel Touristen mit dem Komplettoutfit nicht passender Signalfarben der aktuellen Wolfskin Sommerkollektion in Hit.

Er im grauen, musterlosen billig Kimono (im Sommer! IM SOMMER!!!!, Ok, es gibt natürlich auch Sommer Kimonos) mit knall gelbem Obi-Gürtel, denn wer keinen Geschmack hat, hat Signalfarbe. Und sie im zart Blütenfarben-Pastell-Kimono (im Sommer! IM SOMMER!!!!) mit nur einem Hauch von Muster, keiner echten Seide und einem farblich verblassend langweiligen Obi-Gürtel und drei Tonnen Spiegelreflexobjektiv. Und Selfistick.

Wenn Karl Lagerfeld nicht noch durch Ananasstücken und Arte-Reportagen am Leben gehalten würde, hätte er spätestens jetzt die Lambskin-Leather Zombi Apokalypse eingeläutet. Für alle die es noch nicht bei Siri nachgefragt haben: Im Sommer (Meistens zum Feuerwerk oder zu Festen) trägt man Yukata aus Baumwolle mit Print. Der Obi des Mannes muss schlicht sein und der Kimono plus Obi der Frau muss total dekadent sein. So als Kurzfassung. Main Point: Teure Stoffe.

Aber wenigstens hatten sie Spass in ihrer Folklore. So richtig echt. Total authentisch. Ich glaube die drei Tonnen Plastik des Disney Schlosses in Florida sind nicht echter. Und mit Neoklassizismus habe ich eine Familiengeschichte.

Matcha gab es auch dort. Der Park ist nicht zu empfehlen, weil die anderen so viel besser und einfacher zu erreichen sind. Hier die Fotos:

Der dritte und vorerst letzte Park ist der Koishikawa Korakuen Garten. Er liegt im Osten der Stadt in einem Kaffee Zentrum mit vielen Kanälen und einem Moderne Kunst Museum.

Dieser Park gefiel mir am Besten. Denn er war kleiner, hatte natürlich keine Touristen, war landschaftlich am aufwändigsten gestaltet mit kleinen Objekten und hatte vor allem Tiere. Koi-Kapfen, Schildkröten, und kleine Kraniche. Total süß und hübsch.

Der Park ist auch um einen See herum angelegt. Und der Besucher wird über die Route auf großen Steinen im Wasser zum Abenteuer Jump and Run aufgefordert. Auch gab es hier die meisten schattigen Bänke zum beobachten der Tiere, die alle Beteiligten herrlich amüsierten. Ich glaube ich bin bereit für die Rente.

Dieser Park hat kein Teehaus, leider. Dafür gibt es um die Ecke zwei sehr gute Kaffeeröstereien: Blue Bottle und Allpress mit weiterhin Trendfaktor.

Hier die Fotos:

IMG_2990 Klickt auf die länglichen Panorama Fotos, um sie in voller Größe zu laden und besser den Panorama Eindruck zu bekommen.

Hoffentlich haben diese ganzen fantastischen Hochkultur Fotodateien euer Lidl-Mobil Datenvolumen vor Monatsende nicht absaufen lassen und ihr müsst jetzt auf die HD Hastag-No-Filter Selfies bei Tinder verzichten. Ist eh romantischer ohne Foto.

Bildung bildet. Mata, ne.

 

Angepasstes Gründer-Marketing der TUM

Meine alte Universität, die sich immer gerne selber Alma Mater nennt, verfolgt mich auch bis nach Japan noch stoisch weiter. Denn sie will Geld. Sie denken, dass sie das neue Stanford seien können. Wenn ihr diesen Seiten lange gelesen habt, wisst ihr, dass es keine Rosamunde Pilcher Love-Story zwischen mir und meiner Uni war.

Heute habe ich gerade mal wieder deren Magazin für Alumni in einem aufwändig gestalteten Hochglanzformat „KontaktTUM“ erhalten. Und es ist natürlich furchtbar. Einmal durchgeblättert sieht man schon wie innovative Zukunft auszusehen hat. In genau zwei Klassifikationen: Ältliche graue Herren mit Anzug und Krawatte, leicht dicklich mit furchtbaren 80er Bärten. Und Nummer Zwei: junge, dynamische, weiße, Männer ohne Bärte im Sacko oder Anzug oder blauem Hemd und Kakihose, anfang/mitte Dreißig.

Es gibt kaum Frauen auf den Fotos, oder Leute die irgendwie anders aussehen durch ihre Hautfarbe, Klamotten-Stile oder Anmutung als diese beiden Typen oben. Die TUM hat nicht nur 5% Frauen und auch nicht nur 0% ausländische Studenten, geschweige denn andere Gruppen. Wieso werden diese hier überhaupt nicht gezeigt? In Kalifornien wäre das -zumindest in den Broschüren- unmöglich.

Sie scheinen nicht in das Bild der männlichen jung-dynamischen aber FDP-Parteilinie treuen TUM zu gehören. Und dieses ist eine staatlich finanzierte Universität, für deren Existenz zum größten Anteil alle Menschen mit ihren Steuern zahlen. Dem Finanzamt hingegen, wie ihr wisst, ist euer Klamotten-Stil, Hautfarbe oder sexuelle Orientierung usw. natürlich scheiß egal. Für alle gilt: Höchststeuersatz, Kinders.

Alle Jung-Dynamiker derweilen, so scheint es, gründen aus. Denn die TUM scheint nichts anderes produzieren zu wollen als Ausgründungen. Keine sozialen, wissenschaftlichen oder persönlichen Entwicklungen ihrer finanzierenden Gesellschaft, der sie finanzierenden Individuen oder der sie rechtfertigenden Wissenschaft scheinen wichtig genug zu sein, wenn man ausgründen kann.

Foto KontaktTUM
Foto KontaktTUM

Und auf dem Foto seht ihr es (wenn auch schlecht umgesetzt). Seit (ich nehme es an, denn es ist nicht richtig wissenschaftlich angegeben, ups) 1990 scheinen diese ganzen 800 Ausgründungen nur 16.623 Arbeitsplätze geschaffen zu haben (Schlecker hatte mal mehr als doppelt so viele Angestellte). Taschenrechner: 20 Leute Pro Firma, über 27 Jahre Zeitspanne.

Und so eine Ausgründung basiert auf Fördergeldern vom Staat. Staatliche Forschungsfördergelder für die Projekte in denen die Erfindungen (Patente) entstehen, besondere Fördergelder für die Produktreifung des Patents in der Hochschule und Ausgründungsförderungen bei Gründung und weit danach. Davon kann man ja mal 20 Leute eine Weile halten. Über Gewinne, Börsengänge, Schließungen, Aufkäufe, Arbeitsbedingungen oder das durchschnittliche Gehalt der Angestellten wird hier nicht gesprochen. Auch die Art der Firmen werden nicht erwähnt (kleine Consultings, Architekturbüros, Sportstudios, Einzelhandelsläden, Selbstständige mit Sekretärin usw. sind nach manchen Studienrichtungen sehr weit verbreitet).

Aus meiner Sicht ist natürlich eine staatliche Förderung solcher forschungs-intensiven Projekte sinnvoll. Sie fördert die Wirtschaft, schafft Arbeitsplätze, erzeugt passende Fachkräfte und Know-How, hält das Land wettbewerbsfähig und bringt Studenten und Doktoranden schnell an Herausforderungen des Markts oder eines Unternehmens. Ich habe selber ja schließlich für Fraunhofer gearbeitet, deren Hauptaufgabe diese Art der Innovations-Subvention ist. Es scheint nur hier sehr dubios von der TUM als ein alternativloses Hurra-Marketing verdreht zu werden. „Ausgründung oder Scheiße“.

Das Ziel der Alumni Kampagnen der TUM ist, wie sie es selber auch darstellt, Spendengelder einzusammeln. Ein leerer Überweisungsträger ist schließlich auch das einzige, was die TUM einem neben dem Zeugnis nach der Graduation überreicht. Sie zeigt aber nur wie junge, weiße, Ralf Lauren Model Männer mit manchmal etwas nebulösen Ideen Geld machen können.

Wo ist denn da die Story? Für wen sollte ich denn da Geld spenden? Warum braucht die TUM dann überhaupt noch Geld? Was macht die breite Mittelschicht nach der Ausbildung? Wo sind die coolen, innovativen Festanstellungen? Wie aufsteigen trotz unterbezahlter, befristeter Leiharbeit oder Praktikanten-Startup Jobs? Und wo sollte meine lesbische Tochter mit Migrationshintergrund (fiktiv) Maschinelles Lernen studieren?

So und jetzt zurück zur Bay Area (Silicon Valley): An der UC Berkeley demonstrieren zur Zeit sehr laut viele Menschen gegen Hass und für Inklusion und Toleranz. Auch in Berkeley entstand das Free Speech Movement, In San Francisco war lange der Kern der sexuellen Minderheiten aktiv und Oakland war die Keimzelle für Proteste von Schwarzen. Asiaten schmeißen heute viele wichtige Forschungslabors in Stanford und eine heiße Feminismusdebatte und Anti-Klüngel-Diskussion ist im Gange in San Jose. In München zur selben Zeit: O’zapft is.

Wenn Sie Innovation wollen brauchen Sie auch die Kontroverse. Und Sie brauchen die Vielfalt. Peace out.

Dear White People on Netflix

Dear White People Logo
Dear White People Logo

Es ist Golden Week in Japan, eine Aufreihung von Brückentagen und Feiertagen, in der das halbe Land die Fluglinien überbucht, die Pariser Innenstadt überflutet oder Hawaiianische Strände voll stellt. Perfekt also um zu hause in Tokyo zu bleiben und ab zu hipstern.

Netflix hat heute (oder gestern) die neue Serie „Dear White People“ veröffentlicht und ich habe sie also prompt gleich durchgeschaut. Umwerfende Schauspieler, schlagkräftiger Humor, treffender Zeitgeist und vor allem Rassismus und Intoleranz gegenüber Minderheiten (plus ein sagenhaftes Apple Product Placement).

Wie ein guter Freund von mir mal gesagt hat: Wir sind immer alle Rassisten, jederzeit. Wir müssen uns das nur bewusst werden. Dann können wir es überwinden.

Schaut die Serie an (auch wenn es wärmer draußen wird)! Bye, babes

PS: Um von diesem heißen Thema total zusammenhangslos abzulenken (und wegen eines ironischen Apple Product Placements) hier noch ein paar iPhone Fotos aus Tokyo:

Eiskaffe, es wird Sommer
Eiskaffee, es wird Sommer
Tsukemen, Ramen Dekonstruiert
Tsukemen, Ramen Dekonstruiert
Mini Käffchen
Mini Käffchen
Blick auf Akihabara bei Nacht
Blick auf Akihabara bei Nacht
Katerfrühstück mit Fisch
Katerfrühstück mit Fisch
Panorama von Allpress Coffee
Panorama von Allpress Coffee

Cyborgs zur Kirschblüte

Sakura mit Wolken
Sakura mit Wolken
Sakura mit Sonne
Sakura mit Sonne

Kaffe wie 1968
Kaffe wie 1968
Sakura und Hund
Sakura und Hund

Hier ist weiterhin Kirschblüte in diesig das Mittel des Smalltalks. Perfekt für Kino. Gerade ist weltweit die Schauspieler Version des japanischen Anime Ghost in the Shell erschienen. Dort haben mich die nässen rosa Blätter getragen.

Der Film ist großartig. Sehr gut gemachte Effekte. Und obwohl ich die Story aus dem ersten Anime der Serie schon kannte, war der Film spannend und mitreißend. Das Thema sind Cyborgs, Menschen , die sich mit Maschinenteilen verbessern und eine Welt mit Robotern und Datenüberfluss. Geniales 90er Jahre Cyberpunk SciFi aus Japan eben.

Nun ist die aktuelle Version natürlich White-Washing mit wenigen Asiaten in dem Rolle und alle hier finden es etwas scheiße. Aber Japan und Asien stecken tief in diesem Film. In jedem Detail. In jeder Kulturanspieöung und auch in dem japanisch sprechenden Polizeichef.

Für mich war etwas viel Marvel Tony Stark zu sehen. Aber Gaishas und Hong Kong Stadtlandschaften sieht man überall. Und obwohl die Story eine der Grundpfeiler für Matrix und alle weiteren Cyberpunk Internet Robotik Scienece Fixtion Filme ist, bleibt sie aktuelle. AI. Technik-Verschmelzungen. Skrupellose Marktmächte oder betrogene Minderheiten.

Der Film ist das Ding diesen Frühling und Urs wohl wieder die Mode beeinflussen ich freue mich schon auf weitere Nachverfilmungen der Serie.

Macht weiter Zukunft. Fluff.

Germany Short Trip in Wheat, Dairy and Ham

Gerade war ich in Europa. Ich habe auf der Cebit unseren Roboter vorgestellt. Jetzt bin ich zurück in Japan, sitze in meiner renovierten 60er Jahre Hochhauswohnung und schaue völlig wach morgens dem Skytree beim Sonnenaufgang zu.

Statur mit Namen in Hannover
Statur mit Namen in Hannover
Roboter Anzüge
Roboter Anzüge

Die Cebit fand ja dieses Jahr das letzte Mal statt (danach Rebranding) und aus meiner Sicht hatten die Firmen des Gastlandes Japan im Durchschnitt die innovativsten Dinge zum Zeigen. Die Start-up Halle war irgendwie dünn besiedelt und zu gewollt hip mit Lounges voll von Flippern und Skandinavien-Industrial-Möbeln. Die Drohnen waren nur surrig laut wie zu große Mückenschwärme (mir fehlte reflexartig die dazu passende überdimensionierte Fliegenklatsche) und die VR Brillen sehen ja als Präsentationsobjekt so dermaßen behämmert nach 90er Techno-Punks auf LSD aus. Also alles lahm.

Fernsehturm mit Pool, Soho House, worst service in town
Fernsehturm mit Pool, Soho House, worst service in town
Geheimes Mega Brunch im Common Grounds
Geheimes Mega Brunch im Common Grounds

Aber ich war ja noch in Berlin und Hamburg. Kurzfassung: Berlin ist All Holiday, No Work, as ususal. Sehr entspannend – vor allem bei Kaiserwetter. Aber die Mode ist die gleiche wie vor einem Jahr, das laktosefreie Superfood auch (Quinoa hat drei mal so viel Kalorien wie japanischer Reis übrigens). Aber Mitte bleibt einfach mein liebstes deutsches Biotop – trotz mehr Hotelbauten und dem völlig unmöglichen Service nur auf gekünsteltem oder wahlweise auch unintegriertem Englisch in Bars und Cafes überall. Sorry, I don`t do English in Berlin – maybe French, only for kissing.

Elphi wie ein Berg
Elphi wie ein Berg
Elphi Rolltreppe Aufstieg
Elphi Rolltreppe Aufstieg
Elphi Panorama
Elphi Panorama

Hamburg bot mir auch Sonne, eine statistische Unwahrscheinlichkeit, die sich nur mit dem nahenden Kollaps des Universums begründen lässt. Vielleicht also bald die Lebensversicherungen auszahlen lassen und damit auf dem Schwarzmarkt Tickets für die Elbphilharmonie kaufen.

Ich bekam keine. Auch nicht für die banalen Saal-Führungen. Alles weg, wie im Kommunismus. Dafür bin ich in den öffentlich zugänglichen Bereichen herum gewandelt. Rolltreppe lang, aber geil. Blick super geil. Der Rest Klotz.

In der Bar des Hotels oben sieht es wie in einer futuristischen Airport-Lounge aus den 90er Jahren aus. Mit diesem furchtbaren Lila, das noch nicht mal die Telekom als hip verkaufen würde, dazu Glas-Hängerelemente von Ikea Krohnleuchtern. Mega ungeil. Vor allem, wenn dann die traditionelle rote Grüßte nur Wasser plus Tütenmischung ist.

Ich war nie ein Fan der Hafencity mit ihrem klinischen Yuppie Lebensentwurf und der unfunktionalen Kubismussucht der Gebäude. Die Elphi wirkt da nur passend. Eine Hochburg für exklusive Intellektuelle mit dem passenden Bollwerk gegen Außen. Na hoffentlich bekommen die das dann mit der modernen Hochkultur für alle im Programm dann hin. Klangtest steht noch aus.

Obligatorisches Rückreisefoto mit grünem Tee
Obligatorisches Rückreisefoto mit grünem Tee

Jetzt bin ich wieder zurück in Japan und trinke grünen Tee. Europa ist vor allem eins und hauptsächlich Weizenmehl, Milchprodukte und Schinken. Irgendwelche Intoleranzen?

Bleibt herrlich. Und All Holiday No Work.

PS: Netflix hat jetzt die japanische Essensserie „Samurai Gourmet“ (Trailer mit automatischem Untertitel Roulette). Seht es euch an und versteht Japan.

PPS: Spotify Japan hypt, wie alle gerade, die schon lange bekannte aber jetzt berühmte japanische Pop Band RADWIMPS wegen der Filmmusik zum super erfolgreichen Anime „Your Name„. Die sind immer gut. Anhören!

Punkte in Bunt

Pumpkin in the Backyard
Pumpkin in the Backyard
More Flowers in Dots
More Flowers in Dots
Flowers in Colors
Flowers in Colors
Colorful Walls
Colorful Walls
Everyone is dotting
Everyone is dotting
Dot as you like
Dot as you like

Vor einigen Wochen war das Wetter schön und ich wollte bei den Drogen sparen. Also bin ich zur Ausstellung von Yayoi Kusama im National Art Center gegangen. Die schon total über bekannte Damen war in den 60ern, wie es sich für alte Pop-Art Künstler gehört, in der Factory mit Andy Warhol. Sie macht Hauptberuflich bunte Punkte. Auf alles und aus allem.

Damit jeder an dem Spaß teilhaben kann, ließ man das Publikum sogar selber Punkte in einem weißen Ikea Showroom wild verkleben. Und alle so: Kinderkrippe auf drei Liter Cola.

Die aus einer Psychatrie arbeitende Dame hat sich sogar zu einem genialen (leider nur auf Japanisch) Audioguide hinreißen lassen. Dort erklärt sie wie Kindheitserinnerungen und ihre Amerika Erfahrungen die Werke beeinflusst haben. Sie singt mehrere Kinderlieder passend zu den Werken.

Leider durfte man nur in der großen Halle Fotos machen. So müsst ihr per Direktflug leider selber die punktierte Sofakollektion, den widerspiegelten Raum mit kleinen LED Hänge-Punkten oder die wilden Spiegeltricks mit Leiter oder die mit Wurmformen besetzten Alltagsgegenstände sehen.

Nur der Kürbis, ihr berühmtester Klassiker, im völlig zu betonierten Hinterhof des moderne geschwungenen Glasbau-Museums war noch fotografierbar. Betreten durfte man ihn nicht („ups!“) und Bewegtbilder durfte man auch nicht machen („huch!“). Aber ihr bekommt eine Idee.

Ihre Punkte sind seit einigen Jahren in und gerade sah man viele Sweater in Punktmuster auf den Straßen Tokyos.

Bringt mehr Farbe in euer Leben! dot dot dot…